SPD-Ratsfraktion
Kiel,
den 22. August 2003
Die Sitzungen der Ratsversammlung seit März
haben gezeigt, dass die SPD als zweitgrößte Fraktion inhaltlich
und personell sehr gut aufgestellt ist. Die Arbeitsatmosphäre, aber auch die
Stimmung in der Fraktion,
ist hervorragend.
Am
Tag nach der August-Sitzung der Ratsversammlung hat sich die Fraktion zu ihrer
ersten Arbeitsklausur getroffen.
Mit diesem Brief stellen wir unsere Schwerpunkte für die nächsten zwölf
Monate vor.
Das
„Generationenprojekt“ Hafen ist eines der wichtigsten Themen für Kiels Wirtschaft. Der
Ostuferhafen muss erweitert
und ausgebaut werden. Kurzfristig steht zunächst der Norwegenkai im
Mittelpunkt. Seine Größe reicht in Zukunft nicht aus,
wenn wir Kiels Hafen weiter erfolgreich betreiben wollen. Der Oslokai und sein
Gelände muss weiterhin allein der
Hafenwirtschaft vorbehalten bleiben.
Die
Zukunft des Flughafens ist ein
weiteres zentrales Thema. Wir legen Euch dazu beiliegenden Beschluss vor.
Zentrale Botschaft: Kiel-Holtenau wird zum Business-Ergänzungsflughafen,
touristische Möglichkeiten werden nur
im Rahmen von Linienverkehr genutzt. Die Umlandgemeinden sollen sich am
Flughafen beteiligen. Massentourismus
bleibt für Kiel-Holtenau ausgeschlossen.
Die
SPD-Fraktion wird eine ihrer nächsten Sitzungen in der CAU durchführen, um die
Bedeutung der Universität zu
unterstreichen. Inhaltlich stehen die Einführung des Begrüßungsgeldes,
die Ausweitung des Semestertickets
auf die Fördeschifffahrt im Sommer und die Erreichbarkeit
der Kieler Hochschulstandorte, insbesondere der
Fachhochschule, im Mittelpunkt.
Investitionen
in Verkehr und Bau
Ein
Ostuferverkehrskonzept zur Entlastung
der Anwohner am Ostring bleibt unser Ziel.
Zur
Verbesserung des Fährverkehrs fordern wir eine Umstrukturierung der SFK mit dem Ziel, die Stärken des
Unternehmens herauszuarbeiten und eventuell Partner hinzuzunehmen. Die Fördeschifffahrt ist nicht nur für die
Ostuferbewohner und Studierende von Bedeutung. Auch der Kieler Tourismus kann
davon profitieren. Wir wollen
deshalb eine Fördeschifffahrt mit höherer Taktung und schnelleren Fähren.
Für
die SPD-Fraktion ist die Unterstützung des bestehenden Einzelhandels in der Innenstadt
von großer Bedeutung.
Wir setzen auf innovative Konzepte. Die Nutzung des KN-Gebäudes muss nicht
ausschließlich durch Einzelhandel
erfolgen.
Das
Sanierungsgebiet Marinequartier in
der Wik ist von großer Bedeutung für die Stadtentwicklung. Das Projekt
Marina könnte hier eine neue Heimat finden, nachdem wir für den Standort
Hasselfelde wenig Chancen sehen.
Für
das Holtenauer Unterland soll ein
Konzept zur Wohnbebauung erstellt werden.
Für
unsere Fahrradfahrer wünschen wir uns eine sichere Fahrradstation am Hauptbahnhof.
Die Parkraumbewirtschaftung auf dem Exer durch einen Investor muss voran
gehen. Hier ist jetzt
die Verwaltung gefragt.
Das
soziale Kiel erhalten
SPD-Ratsfraktion
fordert eine Arbeits- und
Ausbildungsinitiative für Kiel. Dazu gehört der Erhalt des Ansatzes
für Beschäftigung im städtischen Haushalt, die Fortführung des Sonderprogramms
für Jugendliche, Arbeits-,
Ausbildungs- und Mehraufwandsentschädigungs-Angebote für alle unter 25jährige,
eine jährliche
Ausbildungskontaktmesse für ausbildende Betriebe und Jugendliche in Kiel
und eine Haltung der
Investitionsquote im städtischen Haushalt mindestens auf gegenwärtigem
Niveau.
Weitere
zentrale Aufgabe städtischer Sozialpolitik ist die Kieler Pflege für bedürftige
Menschen. Dazu gehört auch
die Zukunft der KiBuP. Einen Verkauf
kann es nur geben, wenn die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner
und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewahrt werden.
Das
Programm „Soziale Stadt“ muss
fortgeführt werden.
Gesundes
Kiel
Gegenwärtig
ist die Zukunft des städtischen
Krankenhauses wichtigstes Thema der Kieler Gesundheitspolitik.
Ein städtisches Amt muss das Krankenhaus aber nicht mehr sein. Eine Rechtsformänderung
ist für die neue
SPD-Ratsfraktion vorstellbar. Dem zuständigen Dezernenten ist es nicht
gelungen, der Ratsversammlung ein
verlässliches Zahlenwerk über die finanzielle Situation des Krankenhauses
vorzulegen. Eine verantwortbare
Entscheidung vor diesem unseriösen Hintergrund kann es nicht geben.
Der
aktuelle Suchthilfeplan muss zügig
umgesetzt werden. Wir fordern eine niedrigschwellige, dezentrale
Anlaufstelle für Drogenkranke in Gaarden. Alkoholkranke brauchen eine
Anlaufstelle auf dem Ostufer. Hier
ist die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen wichtig.
Kultur
in Kiel
Die
Volkshochschule steht vor Veränderungen
ihres Angebotes. Die Unterrichtsbereiche Politische Bildung,
Gesellschaft und Geschichte sowie Gesundheit stellen den Grundauftrag der VHS
dar. In diesen darf bei der
Angebotsreduzierung nicht eingegriffen werden.
Die
Festung Friedrichsort ist eine der
bedeutsamsten Bauten unserer Stadt. Sie spiegelt die gemeinsame
Geschichte mit Dänemark wider. Baugleich finden wir die Festung in Kopenhagen.
Aufgrund dieser Bedeutung
sind eventuell Fördermittel aus Dänemark möglich. Kieler Unternehmen haben außerdem
ihr Engagement
angeboten.
Der
Flandernbunker aus der Zeit des 2. Weltkrieges ist ein Mahnmal gegen
den Krieg. Bereits heute wird er für
Führungen und Veranstaltungen geöffnet. Für eine breitere Nutzung müssten
Sanierungsmaßnahmen vollzogen
werden. Die neue SPD-Fraktion will sich für eine überschaubare finanzielle
Beteiligung der Stadt einsetzen.
Das
Kulturamt hat gegenwärtig keinen
regulären Amtsleiter. Die Stelle ist inzwischen zum zweiten Mal
ausgeschrieben, nachdem die Bewerbungsbedingungen vereinfacht wurden. Noch im
September soll
daraus, unter Beteiligung der Selbstverwaltung, eine kleine Zahl der Bewerber
herausgearbeitet und der
Oberbürgermeisterin vorlegt werden. Die Entscheidung über diese Personalie
trifft der Hauptausschuss.
Der
Vorfall an der Jahn-Schule hat uns alle sehr bewegt. Wir müssen noch mehr
unternehmen, um
Gewalt an unseren Schulen zu verhindern. Die neue SPD-Fraktion wird einen Antrag
zu Armutsproblemen
von Kindern und Jugendlichen, Sucht- und
Gewaltprävention einbringen.
Die
Versorgung von Kindern unter drei Jahren
zu verbessern, ist unser Ziel für die nächsten 12 Monate.
Umwelt
schützen auch in unserer Stadt
Die
Öffnung des Bahnhofs Elmschenhagen-Kroog
bleibt für die neue SPD-Fraktion nicht nur
verkehrspolitisch wichtig, sondern auch zur Steigerung der Attraktivität des
SPNV umweltpolitisch
vernünftig. Die Nutzung erneuerbarer
Energien
für interessierte Kieler Bürgerinnen und Bürger
muss unbürokratischer werden. Die SPD-Fraktion wird Möglichkeiten hierzu prüfen.
Der begonnene
Prozess der Agenda 21 muss auch unter
neuen Mehrheiten fortgesetzt werden. Nur so bleibt Kiel
eine Stadt mit Umweltqualität.
Lernen
in guten Schulen
Die
Sanierung unserer Schulen hat für
die neue SPD-Ratsfraktion hohe Priorität. Auch der Bau weiterer
Sporthallen gehört zu den wichtigsten Investitionen für Kiel. Die
Reihenfolge der zu bauenden Hallen soll
sich besonders an den Bedarfen von Schülerinnen und Schülern orientieren. Auch
der Vereinssport ist
allerdings zu berücksichtigen. In der Kontinuität zur vergangenen Wahlperiode
wird die neue SPD-Fraktion
schon in der nächsten Ratsversammlung einen Antrag einbringen, um den Beschluss
der Ratsversammlung
zum Bau einer Sporthalle bei der
Grundschule am Heidenberger Teich
umzusetzen.
Mit
der Einführung der verlässlichen Grundschule muss die bedarfsgerechte Betreuung der Kinder in
Horten sichergestellt werden.
Sports!
Die
neue SPD-Fraktion fordert ein Sportentwicklungsprogramm,
entwickelt von der Stadt in Zusammenarbeit
mit dem Sportzentrum der CAU. Leistungs- und Freizeitsport sollen so gestärkt
werden.
Das
Olympiazentrum in Schilksee braucht
Mittel für die Steigerung seiner Attraktivität . Dies kann vor dem
Hintergrund der Haushaltslage der Stadt nur schrittweise geschehen.
Die
dringend notwendige Sanierung des Holsteinstadions
in Stufen muss trotz der Haushaltslage möglich sein.
Sicherheit
in Kiel
Die
neue SPD-Fraktion will eine Initiative
„Gemeinsinn und Verantwortung“ ins Leben rufen. Sauberkeit,
Patenschaften für Spielplätze und Bushaltestellen und Vermittlung von Regeln
sollen dabei im Mittelpunkt
stehen. Dazu werden wir einen Antrag in die Ratsversammlung einbringen. Das
Programm „Klar-Schiff“
soll fortgesetzt werden. Die Stadt muss weiter Geld für dieses Projekt gegen
illegale Farbschmierereien in
den Haushalt einstellen. Das Projekt Gaarden
Scouts muss evaluiert und weiterentwickelt werden.
Die
neue SPD-Fraktion will die Bedeutung der kriminalpräventiven
Räte in Stadt und Stadtteilen wieder
stärken. Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich hier oder wollen sich
engagieren. Es ist für die
Innere Sicherheit in unserer Stadt eine wichtige Arbeit. Sich allein auf
Repression zu verlassen,
ist nicht Politik der SPD.
Die
Reform der städtischen Verwaltung beginnt nicht mit dem Amtsantritt der neuen
Oberbürgermeisterin.
Bereits in den letzten Jahren ist hier viel erreicht worden, zum Beispiel durch
das sog. Contracting.
Die Privatisierung städtischer Leistungen um jeden Preis wird es mit der
SPD-Fraktion nicht geben.