Ortsbeirat
Kurzfristig und außerhalb des üblichen Turnus wurde schon am 3.6.2003 zur 472. Sitzung des Ortsbeirates eingeladen. Wie der Ortsbeiratsvorsitzende Hans-Jürgen Lembke zu Beginn erklärte, machte dies eine für den kommenden Donnerstag anberaumte Sitzung des Bauauschusses der Stadt Kiel notwendig. Hier sollten Änderungen des B-Planes 919 c - e beraten werden. Um keine Verzögerungen des Baubeginns zu riskieren, sollte bis dahin ein Beschluß des Ortsbeirates vorliegen.
Zur Erläuterung der Änderungen der drei Teile des B-Planes waren die Herren Schnura und Baudewig vom Stadtplanungsamt, sowie Herr Gieseler von der LEG anwesend.
Teilplan c betrifft die ursprünglich vorgesehenen zwei Kitas. Bedingt durch die Reduzierung der Wohneinheiten besteht nunmehr nur noch Bedarf für eine Einrichtung. Für die somit freigewordene Fläche verhandelt die Stadt mit der LEG über eine angemessene Ausgleichszahlung. Anschließend soll das Grundstück für den Bau von Niedrigenergiehäusern genutzt werden. Dies steht im klaren Widerspruch zu der bereits mehrfach gestellten Forderung des Ortsbeirates, daß die freiwerdenden Mittel für die Einrichtung eines Bürgerraumes verwendet werden. Es entwickelte sich eine lebhafte Debatte, in deren Verlauf Herr Schnura dem Ortsbeirat empfahl, dem B-Plan zuzustimmen und gleichzeitig eine Satzungsänderung zu beantragen. Damit würde der Baubeginn nicht verzögert und dem Wunsch des Ortsbeirates nach einem Bürgersaal Rechnung getragen. Dieser Kompromissvorschlag erwies sich allerdings als trügerisch, als Stadtpräsident Arne Wulff daraufhin wies, daß für Satzungsänderungen die Mitwirkung des Ortsbeirates gar nicht vorgesehen ist. Daraufhin beschloß der Ortsbeirat der B-Planänderung nicht zuzustimmen und beantragte gleichzeitig eine Änderung des städtebaulichen Vertrages mit dem Ziel, daß die LEG statt der zweiten Kita Räume schafft, die als Bürger- und Jugendtreff nutzbar sind.
Auch die Änderung des B-Planes 919, Teil d bot reichlich Stoff zur Diskussion. Hierbei geht es um die Bebauung der Ortsmitte mit mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftshäusern. Wie der ‚Suchsdorfer’ berichtete, gab es bereits in vergangenen Ortsbeiratssitzungen unterschiedliche Auffassungen über die geplante Gebäudehöhe. Während Stadtplaner Baudewig behauptete immer von ca. 12 Metern gesprochen zu haben, konnten sich die meisten Anwesenden nur an 8,80 Meter erinnern, so wie es auch im Sitzungsprotokoll vermerkt war.
Strittig war auch die Anzahl der Geschosse. Einmal war von zweien, dann wieder von dreien die Rede. Hierzu stellten Knut Baudewig und Kai Gieseler fest, daß bei beiden Varianten die Gebäudehöhe gleich bliebe. Lediglich eine veränderte Traufhöhe ergäbe entweder drei Vollgeschosse oder zwei Vollgeschosse plus ausbaufähiges Dachgeschoss.
Schließlich stimmte der Ortsbeirat dem Teilplan d zu, unter der Voraussetzung, daß die Gebäudehöhe von 12,70 Metern auch textlich festgelegt wird.
Ohne größere Diskussionen stimmte der Ortsbeirat schließlich der Änderung des Teilplanes e zu. Hier ging es um den verkleinerten Zuschnitt ursprünglich größerer Grundstücke. Diese ließen sich nicht vermarkten. Bebaut werden sollen sie mit Reihen- und Doppelhäuser mit einheitlichen Pultdächern.
Zum Ausbau des Nienbrügger Weges konnte Stadtplaner Schnura die erfreuliche Mitteilung machen, daß die LEG die Kosten auch für das Teilstück ab Holmredder übernehmen werde. Nach Meinung Kai Gieselers von der LEG werden die Arbeiten aus finanziellen Gründen aber kaum vor 2005 in Angriff genommen.
Abschließend teilte Wiebke Bonow mit, daß ab 16.Juni die Buslinie 200 ins Neubaugebiet fährt. Solange der Nienbrügger Weg jedoch nicht ausgebaut ist, geschehe dies provisorisch über den Steenbeker Weg mit Haltestelle Lehmkoppel. Die Busse verkehren von Montag bis Freitag stündlich zwischen 6 und 20 Uhr. Ab Fahrplanwechsel im Dezember sei auch ein Busverkehr am Wochenende geplant.