Ortsbeirat

 

 

Aufgrund der Aktualität befasste sich der Ortsbeirat auf seiner 466. Sitzung am 12.11.2002 gleich zu Beginn mit der Situation bei der Heidelberger Druckmaschinen AG. 770 Arbeitsplätze im Werk Suchsdorf sollen nach den Vorstellungen des Vorstandes abgebaut werden. Herr Bauer vom Betriebsrat wies dazu auf einen erst im Juli mit Heidelberg geschlossenen Vertrag hin. Dieser sah als Interessenausgleich zwischen Firma und Belegschaft lediglich den Wegfall von 196 Arbeitsplätzen vor und garantierte gleichzeitig den Erhalt des Standortes. Mit der Entscheidung zur Verlagerung der kompletten Produktion in die USA und der damit verbundenen Halbierung der Mitarbeiterzahl sei die Heidelberg AG bereits nach wenigen Monaten vertragsbrüchig geworden. Als besonders rücksichtslos wurde die rüde Vorgehensweise seitens des Vorstandsvorsitzenden Schreier empfunden. Mittlerweile hat sich der Betriebsrat sowohl an Wirtschaftsminister Rohwer, als auch an Ministerpräsidentin Simonis und Bundeskanzler Schröder gewandt.

Unter dem Eindruck des Vortrages von Herrn Bauer beschloß der Ortsbeirat eine Resolution, in der er seine Solidarität mit den Heidelberg-Mitarbeitern bekundete.

Er wies ferner auf die möglichen Folgen des geplanten Stellenabbaus auch für die Infrastruktur und das Gewerbe in Suchsdorf hin.

Nachdem der Ortsbeiratsvorsitzende Reinhard Warnecke Herrn Krüger als neuen Leiter der Suchsdorfer Polizeistation begrüßt hatte, ging es wieder um das Thema ‚Suchsdorf an der Au‘. Hierzu kündigte Herr Baudewig vom Stadtplanungsamt eine Vorstellung der Pläne zur Gestaltung der Quartiersparkflächen in der Januarsitzung an. Im Dezember sollen die Planungen für die Ortsmitte mit Seniorenwohnanlage, Geschäften, Kindertagesstätte und Wohnbebauung vorgestellt werden. Eine B-Planänderung sei notwendig geworden durch den Wegfall einer der zwei geplanten Kindertagesstätten. Neue Berechnungen hätten einen geringeren Bedarf ergeben. Hier hakte der Ortsbeirat nach und wies darauf hin, daß die dadurch eingesparten Mittel unbedingt dem Stadtteil zugute kommen müssten. Schließlich sei die ursprüngliche Planung als ein Paket anzusehen, daß nicht nachträglich aufgeschnürt, ausgepackt und anderweitig verteilt werden könne. Für den Ortsbeirat sei eine Umwidmung der Kita in ein Gemeinschafts- oder Bürgerhaus mit Saal für Veranstaltungen oder private Feiern und Räumlichkeiten für Jugendgruppen vorstellbar.

Als Nächstes erläuterte Mitarbeiterin Frau Bonow sehr eindringlich, weshalb es der KVG unmöglich erscheint, vor Ende 2004 eine Busverbindung ins Neubaugebiet zu schaffen. Sie begründete dies hauptsächlich mit den nicht optimalen Strassenverhältnissen. Der Nienbrügger Weg sei zu schmal und die jetztige Wendeschleife für moderne Niederflurbusse nicht befahrbar. Gleiches gelte auch für die Alternative über den Steinberg. Hier müssten die Fahrgäste zu weite Fußwege von der Wendeschleife bis zu ihren Häusern zurücklegen. Die vorhandene, weiterführende Fahrbahn sei zwar für Baufahrzeuge geeignet, nicht aber für Busse. Der Einwand, daß überall in ländlichen Gebieten auf mindestens ebenso schmalen Straßen seit Jahrzehnten ein funktionierender Busverkehr stattfände, konnte Frau Bonow nicht überzeugen. Ebensowenig wie das von betroffenen Neubürgern vorgebrachte Argument, daß es sich ja nur um ein zeitlich begrenztes Provisorium handele. Nachdem aus den Reihen der Besucher etwas mehr Kreativität anstelle von Bedenkenträgerei seitens der KVG angemahnt wurde, faßte der Ortsbeirat folgenden Beschluß. Die KVG wird aufgefordert, das Neubaugebiet bis spätestens zum Fahrplanwechsel im Mai 2003 an den ÖPNV anzubinden.

TOP 5 befasste sich mit dem Thema ‚Bauvorhaben Trischenweg – B-Plan 917‘. Hierzu erläuterte Herr Baudewig anhand von Karten die vorgesehene Bebauung. Da bei Gesprächen mit den betroffenen Anwohnern kein Konsens gefunden werden konnte, will die Stadt jetzt einen B-Plan erstellen. Dieser sehe die Bebauung der jetzigen Obstwiese mit 3 und die des Grundstückes am Trischenweg mit 5 Einfamilienhäusern vor. Nach ausführlicher Beratung im Oktober, lehnen die Anwohner diese Variante ab. Ihr Sprecher, Herr Untermann, begründete die Entscheidung im Wesentlichen mit einer befürchteten Verschlechterung der Lebensqualität, Benachteiligung junger Familien mit kleinen Kindern und ökologischen Bedenken. Ausführlich über die einzelnen Kritikpunkte berichtete ‚Der Suchsdorfer‘ bereits in den vergangenen Monaten. Die Anlieger ließen ihre Kompromissbereitschaft bei einer reduzierten Bebauung mit nur 3 Häusern am Trischenweg erkennen. Für den Fall, daß die Stadt darauf nicht eingehe, kündigte Herr Utermann anwaltlichen Widerspruch an.

Zum Schluß der Sitzung entschied der Ortsbeirat über die Verwendung von Verfügungsmitteln in Höhe von € 200,--. Je zur Hälfte sollen sie der Redaktion des ‚Suchsdorfer‘, der in diesem Jahr sein 30ig-jähriges Jubiläum feiert, für die Ausrichtung eines Festes für die ehrenamtlichen Austräger und der Kita ‚Alte Dorfstrasse‘ zugute kommen.

Herr Warnecke kündigte die nächste Sitzung des Ortsbeirates für den10.12.2002 um 18.00 Uhr im Sportheim an.