Ortsbeirat
am 10. September 2002
Das zentrale Thema in der Sitzung des Ortsbeirates am 10.09.2002 war die von
der Stadt Kiel geplante Erschließung von Baulücken in den Bereichen
Trischenweg und Hoogewinkel. Es handelt sich um ca. 8000 qm Wiesenflächen,
teilweise mit Obstbaumbestand, die z.Z. der Bebauung dieses Teils von Suchsdorf
in den 60er Jahren für Kinderspielplätze vorgesehen waren. Diese Vorhaben
wurden jedoch nie realisiert und auch künftig wird hierfür kein Bedarf
gesehen.
Zunächst erläuterte Herr Baudewig vom Stadtplanungsamt ausführlich die Gründe,
warum die Stadt Kiel sich für die Hinterlandbebauung und Erschließung von Baulücken
im Kieler Stadtgebiet mit diesem großen Engagement einsetzt. 96 Gebiete seien
als „Angebotsland“ im Kieler Stadtbereich ausfindig gemacht worden, um
Kielern, die nicht auf Neubaugebiete ausweichen wollen, Grundstücke anbieten zu
können. Bezogen auf die Flächen im Bereich Trischenweg – Hoogewinkel gebe es
keinen B-Plan; es sei daher gemäß § 34 Baugesetzbuch lediglich erforderlich,
dass sich die geplante Bebauung in die vorhandene einfügen müsse. Die Stadt
beabsichtige dennoch ein Bebauungsplanverfahren durchzuführen, um mit dem städtebaulichen
Entwurf stärker auf die Belange der dort ansässigen Bewohner eingehen zu können.
Herr Baudewig erläuterte, gegenüber früheren Planungen sei den Einwänden der
Anwohner dergestalt Rechnung getragen worden, dass die geplanten Wohneinheiten
am Trischenweg von 6 auf 5, in dem anderen Bereich westlich des Hoogewinkels von
6 auf 3 reduziert worden seien. Ein Teil der Obststreuwiese könne so erhalten
bleiben. Ein zusätzlicher Fuß-/Radweg bis zur Au würde auch die rückwärtige
Grundstücksnutzung der Reihenhäuser am Sylter Bogen verbessern. Zwar gingen
zwei öffentliche Stellplätze durch Zuwegungen zu den geplanten Baugrundstücken
verloren. Ein Ersatz sei allerdings nicht erforderlich, da die übrigen
weiterhin vorhandenen öffentlichen Parkplatzanlagen stark untergenutzt seien.
Von den potenziellen Grundstückseigentümern werde verlangt, auf dem eigenen
Grundstück Stellplätze vorzuhalten. Im übrigen würde auch für die neuen Häuser
Flachdachbebauung vorgeschrieben werden.
Die von Herrn Baudewig vorgestellte Planung rief erneut einen starken
Protest der betroffenen Anlieger hervor. Die von ihnen bereits mehrfach
vorgetragenen Bedenken seien nicht in aus-reichendem Maße berücksichtigt
worden. Es wurde der Verdacht geäußert, dass eine ein-flussreiche Lobby hinter
dem Interesse der Stadt stehe, eine Bebauung auf bis zu 800 qm großen Grundstücken
zu planen. Junge Familien würden sich dies jedenfalls nicht leisten können,
war die Schlussfolgerung. Im übrigen würde die beabsichtigte Bebauung die
Lebensqualität im Wohngebiet mindern. Dem stehe gegenüber, dass im
angrenzenden Baugebiet Suchsdorf an der Au noch mehr als genügend bebaubare Flächen
zum Verkauf angeboten würden.
Dem Vorschlag, zunächst abzuwarten, wie die Bautätigkeit sich im
Neubaugebiet Suchsdorf an der Au weiterentwickle, setzte Ratsherr Wehner (SPD)
entgegen, er spreche sich für eine Bebauung am Trischenweg – Hoogewinkel aus.
Allerdings sollten die berechtigten Interessen der Anwohner in der Planung berücksichtigt
werden. An der Erstellung eines B-Planes solle festgehalten werden; die
Parkplatzsituation sei noch weiter zu prüfen. Die Anwohner hatten hierzu
vorgebracht, dass der rückwärtige Teil der Grundstücke nur durch die Garage
zu erreichen sei, wolle man nicht durch das Wohnzimmer laufen. So sei es zum
Beispiel bei der Gartenarbeit erforderlich, das eigene Auto auf einem öffentlichen
Parkplatz abzustellen, um mit der Gartenkarre durch die Garage auf das rückwärtige
Grundstück zu gelangen.
Einen Beschluss zu den Überlegungen des Stadtplanungsamtes will der
Ortsbeirat erst in seiner nächsten Sitzung treffen.
Der Vorsitzende des Ortsbeirates Reinhard Warnecke berichtete sodann
über den Beschluss des Bauausschusses der Stadt Kiel, die Hinterlandbebauung in
der Dorfstraße mit der Auflage zuzulassen, dass sechs öffentliche Parkplätze
und je zwei Stellplätze auf den jeweiligen Grundstücken vorgehalten werden.
Zusätzlich sollen acht Stellplätze in der Dorfstraße gebaut werden.
Hinsichtlich der Stellplatzsituation sei den Bedenken des Ortsbeirates also
Rechnung getragen worden. Die Bitte, die Anbindung der neuen Wohneinheiten
direkt von der Eckernförder Straße vorzusehen, sei allerdings nicht berücksichtigt
worden.