Ortsbeirat
Zur ersten Sitzung des Ortsbeirates im neuen Jahr fanden sich wieder zahlreiche Besucher im Sportheim ein. Der erste große Tagesordnungspunkt betraf die Situation Bahnhof Suchsdorf. Zu Beginn informierte die Mitarbeiterin Frau Coordes über die Aufgaben der LVS (Landesweite Verkehrsservicegesellschaft). Im Zuge der Privatisierung des Schienenpersonennahverkehrs übertrug das Land Schleswig-Holstein 1995 der LVS die Verantwortung für die Bereiche Konzeption, Koordination, Optimierung und Bestellung des SPNV. Ziele der LVS seien bequemere Fahrzeuge, kürzere Reisezeiten, höhere Taktfrequenz, einheitliche Fahrpläne und freundlicherer Service. Dazu wurde ein Stationsbüro eingerichtet, daß sich u.a. um die Qualität der Bahnhöfe kümmern soll. Weitere Aktivitäten des Büros beinhalten die Herausgabe der Info-Zeitung StreckenSchnack und der Einrichtung von Streckenbeiräten. Ihre Aufgaben bestehen darin, in regelmäßigen Abständen in wechselnden Orten entlang der jeweiligen Bahnstrecke zu tagen, um anstehende Probleme, Anregungen und Verbesserungen zu diskutieren. Die Beiräte sollen einen informellen Charakter haben und können mit Vetretern von Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Vereinen, Schulen ,anderer Verkehrsbetriebe oder Fahrgästen besetzt werden. So soll gewährleistet sein, daß alle Interessierten frühzeitig und unbürokratisch in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
Neben dem schon bestehenden Streckenbeirat für die Bahnlinie Husum St.Peter-Ording sind weitere geplant für die Verbindungen Hamburg Lübeck und Kiel Flensburg. Der Ortsbeirat bewertete diese Planung sehr positiv und sagte seine Unterstützung zu.
Speziell zum Bahnhof Suchsdorf berichtete Frau Coordes über die bisherige Entwicklung. Danach wurden durchschnittlich ca. 250 Ein- und Aussteiger pro Werktag und immerhin noch 200 an Wochenenden gezählt. Damit hätten sich die Erwartungen der Betreiber voll erfüllt. Daß die Wagenkapazitäten zur Kieler Woche bei weitem nicht ausreichten, wie aus dem Kreis der Besucher kritisiert wurde, erklärte die Vertreterin der LVS damit, daß ihre Gesellschaft von einer Nutzung des Bahnhofs in dieser Größenordnung völlig überrascht wurde. Sie werde sich aber um eine Verbesserung der Situation bemühen. Auch die Tatsache, daß die Züge zwischen 6.00 und 8.00 Uhr regelmäßig überfüllt seien, nahm sie zur Kenntnis mit dem Versprechen, sich für Abhilfe einzusetzen.
Die 62 Schrankenschließungen pro Tag seien unvermeidlich und wurden auch allgemein als akzeptabel betrachtet, da es sich jeweils nur um wenige Minuten handele.
Als nächstes berichtete Herr Klein über die Bushaltestelle Bahnhof Suchsdorf. Als Mitarbeiter der KVG als Nachfolgegesellschaft der noch existenten KVAG bezeichnete er die Haltestelle als unproblematisch. Zum Einen werde sie nur sehr schwach genutzt und zum Anderen sei ihre viertelstündliche Taktfrequenz optimal. Umsteiger von der Bahn müssen, bis auf eine Ausnahme, nie länger als 5 maximal 10 Minuten auf Anschluß warten. Aus Sicht der KVG spricht nichts gegen die Umwandlung der provisorischen in eine dauerhafte Haltestelle. Für eine Befestigung mit Gehwegplatten sei das Tiefbauamt zuständig.
Der zweite wichtige Tagesordnungspunkt betraf das Baugebiet Suchsdorf an der Au, Ergebnisse Prüfauftrag Nienbrügger Weg. Vom Stadtplanungsamt war Herr Baudewig erschienen, um über den neuesten Stand der Verhandlungen mit den Anwohnern zu berichten. Danach sollen am Ende des Nienbrügger Weges ca. 10 12 Parkplätze entstehen. Zusammen mit weiteren Parkplätzen entlang eines Teiles der Straße, soll so verhindert werden, daß parkende Autos den Busverkehr behindern. Zahlenmäßig plant die Stadt pro privaten Stellplatz einen öffentlichen Besucherparkplatz im neuen Baugebiet.
Die Bushaltestelle soll auf einem städtischen Grundstück in der Nähe des Kindergartens entstehen.
Nach den Vorstellungen der Stadt soll die LEG die gesamten Kosten für den Ausbau des Nienbrügger Weges tragen. Bisher hat sich die LEG verpflichtet alle anfallenden Kosten westlich der Au zu übernehmen. Die Anwohner östlich der Au sind allerdings mit der Stadt Kiel der Ansicht, daß der Ausbau ihres Teilstückes ausschließlich durch das neue Baugebiet notwendig werde und deshalb nur im Zusammenhang mit diesem zu sehen sei. Sie halten aus diesem Grund die Au als Grenze für eine willkürliche Festlegung. Herr Baudewig verwies auf das bisherige gute Einvernehmen zwischen der Stadt und der LEG und zeigte sich sehr zuversichtlich was eine gütliche Einigung angehe. Sollte wider Erwarten keine kostenneutrale Lösung für die Betroffenen gefunden werden, müsse die Stadt prüfen, ob sich durch den Umbau ein Vorteil für die Anwohner ergebe. Bei einem positiven Ergebnis müsse dann festgestellt werden, ob es sich um eine Sammelstraße, mit 50%iger Kostenbeteiligung der Stadt, oder um eine Anliegerstraße mit 25%iger Kostenbeteiligung handele.
Herr Baudewig rechne mit dem Ausbau des Nienbrügger Weges frühestens im Jahr 2003.
Der Bebauungsplan würde bei einem positiven Beschluß der Ratsversammlung am 17.1.2002 rechtskräftig.
Festzustellen sei eine starke Nachfrage nach Einfamilien- und Doppelhäusern. Da an den Hauptstraßen eine besondere Bauqualität gewünscht ist, wird am 21.1. eine Jury für einen Architektenwettbewerb tagen.
Zum Ende der Sitzung verwies der Ortsbeiratsvorsitzende Reinhard Warnecke auf den nächsten Termin am 12.2. im Sportheim. Dann steht das Thema Bebauungsplan Suchskrug auf der Tagesordnung.