Ortsbeirat

Mit Enttäuschung nahmen die Anwohner der Strassen Trischenweg und Hoogewinkel die Aussage des Vertreters des Jugenamtes zur Kenntnis, daß aus Sicht seines Amtes kein Bedarf an einem Spielplatz, bzw. einer Spielfläche in diesem Bereich bestehe. Eine gegenteilige Empfehlung hätte ihre Chancen erhöht, die zur Diskussion stehenden Grundstücke von einer Bebauung freizuhalten.

Wie Joachim Diederich, Abteilungsleiter für Jugendpflege und damit zuständig für städtische Spielplätze, berichtete, gab es 1999 eine Anfrage des Stadtplanungsamtes, ob das Jugendamt weiterhin Bedarf für einen Spielplatz auf diesen Grundstücken sehe. Nach Meinung Diederichs läßt sich aufgrund der zu geringen Anzahl von Kindern im entsprechenden Alter ein solcher Bedarf nicht begründen. Von der Stadtverwaltung eingeholte statistische Zahlen für das Einzugsgebiet würden dies eindeutig belegen.

Ein inzwischen ungültiger B-Plan sah eine Nutzung der Fläche als Spielplatz vor. Allerdings war seinerzeit geplant, daß dieser nicht von der Stadt Kiel, sondern von den Eigentümern, bzw. dem damaligen Bauträger zu errichten sei. Aus heute nicht mehr nachzuvollziehenden Gründen unterblieb dies jedoch. Im Laufe der Jahre legten die Anwohner hier eine Streuobstwiese an.

Im Verlauf der sich anschließenden Diskussion stellten die betroffenen Anwohner noch einmal ihre Hauptargumente gegen eine sog. Hinterlandbebauung an dieser Stelle dar. Sie sind davon überzeugt, daß das zu bebauende Grundstück sich gar nicht, wie von der Stadt Kiel behauptet, in deren Besitz befindet. Vielmehr glauben sie, in einer rechtlichen Auseinandersetzung anhand ihrer Kaufverträge nachweisen zu können, daß sie anteilig Eigentümer sind.

Abgesehen von diesem juristischen Aspekt bezweifeln sie die Statistik der Stadt. Sie beobachten eine viel größere Anzahl spielender Kinder und bemängeln, daß die Stadt in ihren Berechnungen den Generationswechsel überhaupt nicht berücksichtigt habe. Es stimme zwar, daß die Kinder der ersten Eigentümergeneration inzwischen längst erwachsen sind, aber gleichzeitig seien durch Besitzwechsel viele junge Familien mit kleinen Kindern nachgezogen. Diese Entwicklung werde sich weiter fortsetzen und mache deshalb eine Spielfläche an dieser Stelle keinesfalls überflüssig.

Unabhängig aber von der jeweils aktuellen Kinderzahl, glauben die Anwohner, daß eine unbebaute Freifläche insbesondere auch unter Aspekten der Ökologie, der Naherholung und des Erhaltes der Lebensqualität für Suchsdorfer Bürger aller Altersstufen sinnvoll und wichtig sei.

Herr Diederichs konnte die Argumente teilweise nachvollziehen und beteuerte, daß das Jugendamt um jede Fläche kämpfe, die sich für die Errichtung eines Spielplatzes eigne. Auch bedauerte er Versäumnisse seines Amtes in dieser Hinsicht, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Als ein Bürger ihn auf die Chance hinwies, jetzt aus alten Fehlern zu lernen, war vom Kampfeswillen allerdings nicht mehr viel zu spüren. Diederichs wies daraufhin, daß er in diesem Falle leider der falsche Ansprechpartner sei. Sein Amt sei lediglich nach dem aktuellen Bedarf eines Spielplatzes befragt worden.

Unverständnis bekundeten einige Bürger darüber, daß die Stadt Kiel, trotz vieler scheinbar nur sehr schwer verkäuflicher Häuser in Suchsdorf und dem, inzwischen abgespeckten, neuen Baugebiet ‚Suchsdorf an der Au‘, die Bebauung Trischenweg/Hoogewinkel so intensiv betreibe. Es wurde sogar der Verdacht geäußert, der wahre Grund wäre vielmehr in der Entlastung des städtischen Haushalts zu suchen. Dieser Gedanke war für den anwesenden Ratsherrn Wehner offenbar völlig abwegig. Er versicherte, daß in allen Beratungen dieser Aspekt nie angesprochen wurde und seines Wissens auch keine Rolle spiele.

Zum Abschluß der Debatte wies der Vorsitzende Reinhard Warnecke nochmals auf den gültigen Beschluß des Ortbeirates hin, der eine Bebauung der in Frage stehenden Flächen ablehne.

Die nächste Sitzung des Ortsbeirates findet am 11.9.2001 statt. Voraussichtliche Themen sind dann Bauherrenhandbuch für ‚Suchsdorf an der Au‘ und die Radwegesituation.