Ortsbeirat
Nach Eröffnung der 452. Sitzung des Ortsbeirates im gutbesuchten Sportheim, kam der Vorsitzende Reinhard Warnecke zügig zum TOP Bauleitplanung Suchsdorf an der Au. Hierzu berichtete Herr Gieseler von der LEG über die neuesten Entwicklungen bezüglich der Planungen und Baufortschritte. Demnach geht die LEG von einer von 850 auf ca. 650 reduzierten Anzahl von Wohneinheiten aus. Aufgrund einer von Beginn an sehr flexiblen Planung ergeben sich hieraus jedoch keine gravierenden Änderungen an den bestehenden Plänen. Laut Auskunft von Herrn Brandt vom Stadtplanungsamt sei dies dadurch möglich, daß die endgültige Bebauung der einzelnen Baufelder mit Doppelhäusern, Reihenhäusern, Stadtvillen oder Einfamilienhäusern nicht festgelegt sei. Dies hätte den Vorteil, daß auch noch während der Bauphase auf Veränderungen des Immobilienmarktes reagiert werden könne. Lediglich die Anordnung der Parkplätze an der Haupterschließungsstrasse wurde geändert. Statt Einzelparkplätzen vor jedem Reihenhaus, soll es jetzt Gemeinschaftsstellplätze geben und Parkbuchten entlang der Straße. Zwischen den Buchten sollen Bäume gepflanzt werden. Die Fahrbahnbreite werde nicht verringert. Durch diese Maßnahme ändere sich allerdings die Grundstücksparzellierung. Auf Nachfrage versicherte Herr Gieseler, daß es mehr öffentliche Parkplätze geben werde als gesetzlich vorgeschrieben.
Die Grundstückspreise von 290,-- bis 390,-- DM sollen unverändert bleiben.
Was den weiteren Fortgang der Bauarbeiten anbelangt, soll wie folgt vorgegangen werden. Bis zum Herbst soll die Haupterschließungsstraße fertiggestellt sein und im Anschluß der Hochbau von Norden nach Süden beginnen. Dabei sollen keine Bauflächen aus Marktgründen freigehalten werden. Es soll definitiv keinen Straßendurchstich vom Wendehammer geben. Laut Herrn Gieseler soll die Baufibel mit den Gestaltungsvorgaben in den nächsten Wochen erscheinen.
Ein verärgerter Bürger berichtete, daß er nicht mehr an seinem angeblich unverbaubaren Randgrundstück interessiert sei, nachdem die Pläne der LEG bekannt wurden, zwischen Grundstücksgrenze und der Au meterhohe Anpflanzungen vorzunehmen. Mit einem Achselzucken bedauerte Herr Brandt, daß die LEG den Kaufinteressenten nur vorläufige Pläne vorgelegt hat, die z.B. Größe und Lage von Knicks und Hecken nicht beinhalteten.
Zu großer Unruhe sowohl im Publikum als auch beim Ortsbeirat kam es, als Stadtplaner Brandt sich als Instanz in Sachen Bauästhetik zu erkennen gab. In einer, von den meisten Anwesenden als arrogant empfundenen Weise, äußerte er seine persönliche Meinung zum Krüppelwalmdach. Seiner Ansicht nach sei diese Dachform stilistisch indiskutabel, im neuen Baugebiet fehl am Platze und deshalb nicht erlaubt. Ein Bauherr, der sich ein solches Dach wünscht, habe in Suchsdorf an der Au nichts zu suchen.
Auch beim TOP Bauvorhaben Trischenweg/Hoogewinkel versachlichten seine , nach eigenen Angaben provokativ gemeinten Aussagen, die Diskussion nicht unbedingt. Ob eine Bebauung mit vier, sechs oder mehr Häusern erfolge, mache doch wohl keinen Unterschied. Den Widerspruch, daß die Stadt seinerzeit die Zufahrt zu einer Parkpalette durch die enge Dorfstraße mit dem Erhalt einer Grünfläche begründete und nun plötzlich die Vermarktung anderer Grünflächen vorantreibe, sah er nicht. Die Flächen gehörten der Stadt und das Stadtplanungsamt sei beauftragt, die Planung für eine Bebauung durchzuführen.
Nach Darstellung betroffener Anlieger entpuppte sich das Versprechen der Stadt Kiel, in dieser Angelegenheit einen Kompromiss zu finden, in der Wiedervorlage fast unveränderter Pläne. Diese Vorgehensweise bestärke die Betroffenenen in ihrem Vorhaben, gegen die Stadt Kiel zu klagen.
Erst das Versprechen von Ratsherr Thomas Wehner sich nochmals für einen Kompromiss einzusetzen, beruhigte die Gemüter.
Nach Mitteilung des Ortsbeirates ist die Breite des Radweges stadtauswärts, bedingt durch eine Gesetzesänderung, für Gegenverkehr zu schmal. Dies bedeute, daß die Radfahrer die Fahrbahn benützen müssen. Aus Sicherheitsgründen hat die Schule zu einem Rechtsbruch aufgefordert und die Schüler bestärkt auch weiterhin den Radweg zu benutzen.
Zum Schluß wies der Vorsitzende auf den nächsten Ortsbeiratstermin am 10.7.2001 hin.